Unser Ziel -100 Glücksmomente am Tag für Menschen mit kognitive Einschränkungen

28.04.2022

„Das hätten wir nicht für möglich gehalten.“ Die Tovertafel, ein interaktives Spiel, das von niederländischen Fachleuten speziell für Menschen mit Demenz entwickelt wurde, aktiviert auch Senioren, die nur noch wenig bis gar keinen Kontakt mehr mit ihrer Umwelt haben. Mit Interesse und Freude reagieren sie auf Bilder, die auf einen Tisch projiziert werden und durch Hand- und Armbewegungen verändert werden können: sie lassen Blüten wachsen, bringen Tänzerinnen zum Tanzen oder fegen Laub vom Tisch. Während einige Senioren sofort aktiv werden und auf den Tisch trommeln, sind anderen anfangs ein wenig zögerlich. Aber alle beteiligen sich schließlich daran.
Die Tovertafel ein fester Bestandteil im Betreuungsprogramm des Seniorenzentrums Schattige Buche in Bottrop. „Die Skepsis war am Anfang groß, ein elektronisches Spiel im Seniorenzentrum?“ gibt der Leiter der Schattigen Buche Hartmut Skrok zu. Nach einer kurzen Testpräsentation war aber klar, dass die Spiele sich für selbstständige Einzelaktivitäten eignen, aber auch die soziale Interaktion fördern. Zugleich bietet das Medium Angehörigen wieder eine Möglichkeit, durch das gemeinsame Spiel mit ihren demenzkranken Familienmitgliedern in Kontakt zu treten.
Bei den Pflegekräften und den Betreuungsassistenten findet der Einsatz der Tovertafel besonderen Anklang. Zu sehen mit wieviel Spaß gespielt wird, und welche körperliche Aktivität frei gesetzt wird ist schon erstaunlich. Es ist schön zu beobachten, dass selbst Bewohner mit einem hohen Bewegungsdrang im Spiel zur Ruhe kommen. Durch die verschiedenen Spielformen können Spiele für den Abend, das sind dann eher Spiele ohne große Körperaktion, gezielt angeboten werden. „Unser Ziel ist es, 100 Glücksmomente am Tag im Spiel zu erreichen“ so Katharina Kozlak, Betreuungsassistentin der Schattigen Buche.
Des Weiteren zeigt sich, dass die Betreuung mit dementen Bewohner auch in der Gruppe möglich ist und somit die Einzelbetreuung bereichert.
Die Initiative zum Spielen geht grundsätzlich von der Tovertafel aus. Die sensorischen Reize lenken die Aufmerksamkeit auf das Spiel, ohne die Senioren zu überfordern. Die Demenzkranken spielen mit großer Freude, denn sie erleben nur positive Reaktionen und Selbstwirksamkeit und können nichts falsch machen.
Und da die Spiele von Wissenschaftlern gemeinsam mit älteren Menschen entwickelt wurden, entsprechen sie genau ihren Kenntnissen, Interessen und Bedürfnissen.
Die Tovertafel wurde von Dipl. Ing. Hester Le Riche im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Technischen Universität Delft und der Freien Universität Amsterdam entwickelt. In den Niederlanden gibt es bereits 1500 Orte, an denen sie mit großem Erfolg eingesetzt wird. Das Repertoire an Spielen wird kontinuierlich erweitert.

https://www.rtl.de/cms/spielstunde-im-seniorenzentrum-4960768.html

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